Abzocke: Warnung vor vermeintlichen Krediten für Arbeitslose


Die Masche ist uralt und dennoch nicht zu totzukriegen: Dubiose Anbieter versprechen Arbeitslosen Kredite und behaupten, dass auch beim ALG-II-Bezug die Auszahlung eines Darlehens möglich sei. Gezielt werden dabei Menschen in finanziellen Nöten angesprochen. Unmissverständlich sei deshalb gesagt: Kredite für Hartz-IV-Empfänger gibt es nicht!

Seriöse Kreditvermittler werben nicht mit Krediten für Arbeitslose. Daran haben sie keinerlei wirtschaftliches Interesse: Ein Vermittler erhält seine Provision nur, wenn es zu einer tatsächlichen Kreditvergabe kommt. Werden gezielt Menschen ohne Einkommen angesprochen, führt dies lediglich zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand und den damit verbundenen Kosten. Ein gutes Geschäft kann sich ein Kreditvermittler von Krediten für Arbeitslose nicht erhoffen.

Anders sieht es aus, wenn die Kreditvermittlung gar nicht das Ziel eines Anbieters ist und nur als Vorwand dient. Viele der dubiosen Anbieter, die Erwerbslosen Kredit versprechen, schieben ihren getäuschten Kunden Versicherungen, Beratungsverträge und andere kostspielige Produkte unter und verdienen damit ihr Geld. Auch das Sammeln von Adressen gehört zum "Geschäftsmodell" der angeblichen Vermittler.

Banken vergeben Kredite grundsätzlich nur, wenn ein pfändbares Einkommen in ausreichender Höhe nachgewiesen werden kann. Sozialleistungen wie ALG II zählen nicht als pfändbares Einkommen. Deshalb ist es für Arbeitslose im ALG-II-Bezug nicht möglich, einen Kredit zu erhalten.

Auch ein Kredit ohne Schufa ist in einem solchen Fall keine Lösung. Diese Darlehen werden von speziellen Geldgebern mit Sitz im Ausland finanziert. Möglich ist eine Kreditvergabe allerdings auch hier nur, wenn ein ausreichend hohes pfändbares Einkommen aus nichtselbständiger Tätigkeit vorliegt.

Arbeitslose können Kredite deshalb nur gegen Sicherheiten oder mithilfe eines zweiten Antragstellers mit ausreichender Bonität erhalten. Die verwertbaren Sicherheiten sind bei ALG-II-Empfängern allerdings in der Regel nicht allzu groß, weil für den Status der Bedürftigkeit das gesetzlich festgelegte Schonvermögen nicht überschritten werden darf.

Sofern abseits von Konto und Depot Wertgegenstände existieren, lassen sich diese unter Umständen mit einem Pfandkredit beleihen. Pfandleiher verlangen weder einen Einkommensnachweis noch wird die Datenbank der Schufa abgefragt. Teure Uhren, Gold oder Schmuck lassen sich so gegen Bargeld eintauschen und später wieder auslösen.

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